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Adios Amigos

Adios Amigos

Adios Amigos
© Pegasus Spiele

Für alle Freunde und Freundinnen des gepflegten Westernduells empfiehlt sich Adios Amigos. Vorteilhaft ist auch ein Faible für hektische Kartenspiele wie Uno. Wer sich gerne Zeit nimmt und seine Spielzüge in aller Seelenruhe überdenkt, der sollte besser die Finger von Adios Amigos lassen.

Der Spielaufbau ist schnell erledigt. Jeder Spieler erhält 15 Desperadokarten, zehn Revolvermarker, zwei Patronen sowie ein Dynamitbündel. Auf den Karten und den Markern sind Zahlenwerte abgebildet. Um den dazugehörigen Desperado ins Jenseits zu befördern, ist es notwendig, einen Revolvermarker mit dem passenden Zahlenwert auf die Karte eines Mitspielers zu legen. Doch vorher ist Kopfrechnen angesagt. Der Zahlenwert ergibt sich aus der Summe oder der Differenz, der auf den Desperadokarten angegebenen Zahlen. Stimmen die Werte auf dem Marker und der Karte überein, darf sich der Spieler die Karten aneigenen, der den Marker gelegt hat. Da alle Spieler gleichzeitig agieren, ergibt sich so ein fröhliches Durcheinander.

Um die Hektik noch ein wenig zu erhöhen, besitzt jeder die Möglichkeit, mittels in die Spielmitte geworfenen Patronen, die Nachladen symbolisieren, weitere Revolvermarker aufzudecken. Doch das ist noch nicht alles. Pro Spielrunde darf jeder Spieler auch noch ein Dynamitbündel schleudern, das die Mitspieler zum zehnsekündigen Aussetzen zwingt. Aber Achtung! Wer sich verrechnet hat und unpassende Marker abwirft, der muss eine Strafe zahlen. Der Spieler, dessen Revolverhelden bis zum Rundenende überlebt haben, erhält zur Belohnung ein zusätzliches Beuteplättchen.

Abgerechnet wird zum Schluss, der bei Adios Amigos nach fünf Spielrunden erfolgt. Nun wird gezählt. Derjenige mit den meisten Desperadokarten und Beuteplättchen ist Gewinner des Spiels.

Adios Amigos ist leicht verständlich, schnell gespielt und kurzweilig. Es sollte aber besser mit mindestens drei Spielern gespielt werden, da dies die Hektik und den Spaß deutlich erhöht. Wer die Muße beim Spielen bevorzugt oder Probleme damit hat, dass bei Adios Amigos symbolisch Menschen erschossen werden, sollte sich mit diesem Spiel besser nicht die Zeit vertreiben. Aufgrund dieser martialischen Komponente halte ich es für nicht vertretbar, dass Adios Amigos schon ab acht Jahren gespielt werden kann. Für Erwachsene oder ältere Kinder ist Adios Amigos dennoch ein kurzweiliges Vergnügen sein.

 

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"Martialisch" ?

Naja...

Das Spiel mag in einer entsprechenden Runde Spaß machen, in einer anderen nicht... aber von "martialischem Spielinhalten" können wir nun wirklich nichts erkennen. Die witzigen Holz-Patronen und Dynamitstangen, sowie die Comic-Figuren tragen wohl eher kaum zur "Gewaltverherrlichung" oder gar erhöten Gewaltbereitschaft bei jungen Menschen bei - da gibt es leider andere Medien für Kinder ab 6 , die das viel besser und intensiver übernehmen können....

Wenn sich 8 jährige Kinder - für das Spiel übrigens erfahrungsgemäß schnell frustrierend wird, da sie i.d.R. nicht so schnell rechnen können wie Erwachsene - zusammen mit Eltern an den Tisch setzen und spielerisch Revolverplättchen schnellstmöglich durch Rechenoperationen auf Comicfiguren legen und bei einer hölzernen Dynamitstange sich die Ohren zuhalten, kommt selbst beim "pazifistischsten Friedensfetischisten" beim besten Willen kein "Gewaltgefühl" auf...

Demnach müsste "Schach" auf dem Index der Spiele ab 18 stehen: Alle Figuren - sogar unschuldige Pferde, einfache Landwirte und Sportler (Läufer) - werden nach und nach umgebracht oder von Türmen erschlagen.... "martialisch"!

Viele Grüße,

ein friedvoller, sehr sozial eingestellter Sonderschullehrer, Familien- und Vielspieler